2005 & 2007 108 Originalfotos Viel zu schade für die Schublade.
Da sind sie ja wieder.
LEICHTES GEPÄCK. SCHWERE ERINNERUNGEN.
’07
BERTHELSDORF ↗ NEUBERTHELSDORF ↗ RUSSENHÄUSER ↗ BUSCHSCHENKE ↗ IRGENDWANN WIEDER ZU HAUSE ↗
01 / DIE BEWEISSTÜCKE
Die Frisuren gehen. Die Bilder bleiben.
Zwei Jahre, zwei Alben, dieselbe Vorfreude. Aufschlagen, durchblättern – und ruhig ein bisschen länger hängen bleiben.
Aus dem alten Fotoarchiv gerettet. Mit allen Ecken, Kanten und dem Charme der damaligen Kameras.
BLÄTTERN AUSDRÜCKLICH ERWÜNSCHT
Einmal zurück, bitte.
Anklicken. Wiedererkennen. Grinsen.
02 / DER WEG WAR NUR DIE HALBE GESCHICHTE
Immer der Geselligkeit nach.
Vom Jugendclub durch den Wald und wieder heim. So beschreibt die ursprüngliche Website die damalige Himmelfahrtsrunde.
Der alte Plan. Die vertrauten Wege.
Topografische Karte von 1903 aus dem ursprünglichen Webarchiv. Grüner Stern: Ausgangsort. Rot: damalige Strecke.
Und davor? Mit der Bahn ins Gebirge. +
Laut dem alten Bericht fuhr die Runde bis Ende der 1990er-Jahre ab Herrnhut nach Zittau und mit der Schmalspurbahn weiter nach Oybin. Von dort führte die Wanderung meistens nach Jonsdorf; die Rückreise begann wieder in Zittau.
Die Einstellung des Bahnverkehrs über Herrnhut und gestiegene Fahrpreise nennt der Bericht als Gründe für die spätere Runde direkt vor der Haustür.
01
GEGEN 9.30 UHR
Jugendclub Berthelsdorf
Treffpunkt am Morgen und Zeit für eine „Bierschnitte“, wie es im alten Bericht heisst. Erst zusammenkommen, dann losziehen.
02
DURCHS DORF, AB INS GRÜNE
Neuberthelsdorf & Wald
Vom Jugendclub ging es durchs Dorf in Richtung Wald nach Neuberthelsdorf. Der Weg führte weiter zu den Russenhäusern.
03
NACH ETWA 2 STUNDEN WANDERUNG
Beim „Russen“
Mittags stärken, beieinandersitzen und ein paar Gesangsrunden einlegen. Die alte Website nennt diesen Halt schlicht „beim Russen“.
04
DIE NÄCHSTE EINKEHR
Buschschenke
Weiter zur Buschschenke: Das damalige Bikertreffen bot laut Bericht einen weiteren Anlass zum Einkehren – und genug zu sehen.
05
NOCH ETWA 1½ STUNDEN HEIMWEG
Zurück nach Berthelsdorf
Zum Abschluss konnte die Runde in den Gaststätten des Ortes einkehren. Ein Abendschmaus, ein letzter Rückblick auf den Tag.
Historische Streckenbeschreibung aus dem mitgelieferten Archiv. Zeitangaben stammen aus dem damaligen Bericht; Karte und Einkehrstationen sind keine aktuelle Wanderempfehlung.
03 / WAS VON SO EINEM DONNERSTAG BLEIBT
Weisst du noch?
Eine liebevoll ausgeschmückte Rückschau nach dem alten Ausflugsbericht und den Fotos.
Der Heimweg hatte keine Eile.
I. DIE SACHE MIT DEM FRÜHSTÜCK
Halb zehn. Die Welt konnte warten.
Es gibt Tage, die fangen mit einem Termin an. Dieser begann im Jugendclub. Gegen halb zehn traf man sich in Berthelsdorf zur „Bierschnitte“ – ein Wort, das schon beim Lesen weniger nach Ernährungsberatung als nach einem gelungenen Donnerstag klingt.
Wer heute die Bilder aufschlägt, sieht Jacken, die längst irgendwo verschwunden sind, vertraute Gesichter und diesen ganz eigenen Aufbruchsblick: Wir haben etwas vor. Viel mehr musste ein Tag manchmal gar nicht versprechen.
II. DER AUSFLUG NAHM SEINEN LAUF
Der Wald hatte Publikum.
Durchs Dorf, Richtung Neuberthelsdorf, hinein ins Grün. Auf den Fotos zieht die Runde über Feldwege, sammelt sich unter Bäumen und stellt sich zum Gruppenbild auf. Manche schauen in die Kamera. Andere liefern gleich die ganze Vorstellung dazu.
Aus einem Geländer wird eine Fotokulisse. Ein Waldweg reicht für einen grossen Auftritt. Und irgendwo zwischen den Bildern merkt man: Für einen guten Ausflug brauchte es offensichtlich kein ausgefeiltes Unterhaltungsprogramm. Die Besetzung war schon unterwegs.
Man wollte nur einen Tag raus. Und nahm ihn ein Leben lang mit.
III. PAUSEN MIT FORTSETZUNG
Wandern hatte auch Sitzplätze.
Nach etwa zwei Stunden war beim „Russen“ Zeit für die mittägliche Stärkung. Der alte Bericht erzählt von Gesangsrunden, bevor es weiterging. Es blieb also nicht beim gemeinsamen Schritt – gelegentlich kam auch der gemeinsame Ton dazu.
Die Buschschenke war der nächste Halt. Dort gehörte damals das Bikertreffen zum Tag. Tische, Gespräche, Menschen im Hintergrund: Die Bilder haben viel festgehalten. Nur die Lautstärke muss man sich selbst dazudenken.
IV. UND PLÖTZLICH IST ES LANGE HER
Zurück kam man. Ganz vorbei war es nie.
Von der Buschschenke waren es laut Bericht noch ungefähr anderthalb Stunden bis nach Hause. Danach konnte man den Tag in einer der Berthelsdorfer Gaststätten ausklingen lassen. Auch davon sind Fotos geblieben: eine Runde am Tisch, nahe Gesichter, ein Abend, der noch nicht ganz fertig aussieht.
Heute liegen zwischen uns und diesen Aufnahmen viele gewöhnliche Donnerstage. Das macht die alten Bilder leise, selbst dort, wo sie nach Lachen aussehen. Man vermisst vielleicht einen Weg, eine Runde, eine Zeit, in der man einfach zusammen losging.
Dann entdeckt man die nächste Pose. Muss wieder grinsen. Und für einen kleinen Moment ist der lange Heimweg noch nicht zu Ende.